Lipödem

Das Lipödem ist eine chronische, meist fortschreitende Störung der Fettverteilung im Körper; sie ist nicht nur ein optischer Makel sondern eine Krankheit. Es erkranken fast ausschließlich Frauen an einem Lipödem; wobei vor allen Dingen die unteren Extremitäten betroffen sind. Es entsteht hier sukzessive eine symmetrische Fettverteilungsstörung im Bereich Gesäß, Reiterhose, Ober-und meist auch Unterschenkel bis hin zu den Knöchel und Füßen reichend. Aber auch bei 60 % der Patienten können die Arme betroffen sein, hier besonders der Oberarmbereich.

Patienten mit Lipödem neigen sehr zu Haematombildung (bereits bei kleinen Stößen entstehen blaue Flecken). Desweiteren kommt es in der zweiten Tageshälfte zu Wassereinlagerungen in den betroffenen Arealen; besonders ein dumpfes Schwellungsgefühl sowie Berührungs – und Druckschmerzhaftigkeit sind typische Anzeichen eines Lipödemes. Auffällig ist meist das Missverhältnis zwischen schlankem Oberkörper und sehr kräftigen Beinen; die Betroffenen müssen oft zwei Kleidergrößen mehr für den Unterkörper kaufen als für den Oberkörper. Unterschieden werden muss das Lipödem von „normalem Übergewicht“ (Adipositas) oder Normvarianten der Natur, die die Körperkontur betreffen (zum Beispiel Reiterhosen).

Als konserative Behandlungsformen stehen das konsequente Tragen von Kompressionsstrumpfhosen (bis Kompressionsklasse 4), kombiniert mit Sport, eine manuelle Lymphdrainage sowie funktionelle lymphologische übende Verfahren zur Verfügung. Da insbesondere bei fortschreiten eines Lipödemes es häufig auch zum Lymphödem und damit zu zusätzlichen Wassereinlagerungen der Beine kommt ist eine recht frühzeitige Therapie sinnvoll. Wenn die konservativen Verfahren nicht ausreichend greifen hat sich auch eine Fettabsaugung (Liposuktion) als operative Therapie sehr bewährt. Besonders, da beim Ödem weder durch Diät, Sport noch medikamentöse Maßnahmen ein nennenswerter Erfolg zu erzielen ist, sollte neben der Ausschöpfung der oben genannten konservativen Möglichkeiten eine relativ frühzeitige operative Intervention im Sinne einer Fettabsaugung erwogen werden, um das chronische fortschreiten der Erkrankung zu vermeiden, da es im Extremfall in einer so genannten Elephantiasis münden kann; dies stellt die Extremform eines Lipödemes mit Lipödem dar, bei welcher die unteren Extremitäten dramatisch aufgetrieben und verdickt sind, es zu Veränderungen der Beinform und letztlich auch zu ausgeprägten orthopädischen Problemen kommen kann. Durch die gezielte und gewissenhaft durchgeführte Liposuktion kann die Zirkulation der Lymphe und des venösen Systems in den unteren Extremitäten verbessert werden und damit eine Druckentlastung im Gewebe entstehen die wiederum zur Entlastung der gestörten Kappilarfunktion beiträgt. Leider sind manchmal mehrere Sitzungen erforderlich um ein dauerhaft befriedigendes Ergebnis zu erzielen. Unabhängig von dem operativen Eingriff ist auch ein konsequentes Tragen von Kompressionsstrümpfen unabdingbar. Gerne beraten wir Sie ausführlich zu diesem Krankheitsbild. Einige Krankenkassen genehmigen sogar die Durchführung des Eingriffs und Abrechnung nach GOÄ wenn eine entsprechend deutliche Ausprägung vorliegt; dies muss im Einzelfall mit der jeweiligen Versicherung abgeklärt werden.

Die Behandlung nach dem Eingriff und die Verhaltensmaßregeln entsprechen in etwa denen der Liposuction.